Special – Ein Roadtrip durch Kalifornien

Kalifornien – wer das hört, denkt sofort an Sommer, Sonne, Strand und Hollywood. Der Golden State hat aber noch viel mehr zu bieten, vor allem landschaftlich! Kalifornien zeichnet sich durch eine spektakuläre Vielfalt aus: Mammutbaumwälder, mächtige Hochgebirge, fruchtbare Täler und brennendheiße Wüsten geben jeder Region ihren eigenen Charakter. Kalifornien ist zudem weltweit das Hauptanbaugebiet von Walnüssen! Grund genug für uns, die Heimat der Walnuss genauer zu erkunden und auf Entdeckungsreise durch den drittgrößten US-Bundesstaat zu gehen!

Von Mammutbaumwäldern bis hin zur Wüste

Startet man seine Tour durch Kalifornien im Norden an der Grenze zu Oregon und fährt einmal quert auf der Interstate 5 bis zur mexikanischen Grenze, bräuchte man in etwa 15 Stunden. Der Golden State erstreckt sich auf rund 411.000 Quadratkilometern Fläche und ist somit etwas größer als Deutschland.

Auf dieser Tour erlebt man wunderbar die spektakulären und vielfältigen Landschaften Kaliforniens. Die Nordküste ist sehr grün, ist sie doch reich an Niederschlägen und Nebel. Das sind ideale Bedingungen für die Mammutbaumwälder. Ein Mammutbaum kann bis zu 100 Meter hoch werden und sind somit die höchsten Bäume der Erde. Die Central Coast ist bekannt für ihre langen Strände, sie laden zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Im Osten Kaliforniens, an der Grenze zum Bundesstaat Nevada, erstreckt sich die Sierra Nevada Gebirgskette auf rund 650 Kilometern parallel zur Pazifikküste. Sie ist reich an glänzende Seen- und Flusslandschaften, schneebedeckten Berggipfeln und bietet ideale Bedingungen für Outdoor-Aktivitäten wie Rafting, Kajak, Mountainbike oder auch Ski. Hier liegt auch einer der wohl bekanntesten Nationalparks der Welt, der Yosemite National Park. Er feiert im Jahr 2014 den 150. Geburtstag, 1864 wurde er mit dem „Yosemite Grant Act“ zum ersten geschützten Wildnisgebiet der USA erklärt. Erreicht man das Ende Sierra Nevada im Süden ändert sich schlagartig die Landschaft. Es ist heißt und trocken. Die Landschaft ist geprägt von Wüsten, wie der Mojave-Wüste und der Colorado-Wüste.

Fruchtbares Central Valley – ideales Klima für Walnüsse

Zwischen Küste und Sierra Nevada, im Herzen Kaliforniens, liegt das Central Valley, ein etwa 700 Kilometer langes und im Durchschnitt 80 Kilometer breites Tal. Es wird oft auch als „Fruchtgarten Amerikas“ bezeichnet, da die ganze USA mit Obst und Gemüse aus dieser Region beliefert wird. Das Central Valley zeichnet sich durch sein mediterranes Klima aus. Das ist ideal für die Landwirtschaft. Eine Fahrt durch das Central Valley zeigt die Vielfalt: Ob nun riesige Farmermärkte oder kleine Straßenstände, an allen findet man regionale Produkte wie Wein, Obst und Käse. Dank des ungeheuren Reichtums an Grundprodukten und den Einflüssen der einwandernden Bevölkerung entstand in den 1970ern die „California Cuisine“. Heute ist die kalifornische Küche auf der ganzen Welt bekannt und setzt Trends mit leichtem Genuss.1

Das milde Klima ist natürlich auch ideal für Walnüsse! Die Blüten und jungen Hölzer der Walnussbäume sind sehr frostempfindlich. Das Central Valley hat sehr nährstoffreiche, tiefe Lehmböden, über 300 Sonnentagen im Jahr und dauerhaft milden Temperaturen – so finden die Walnüsse hier ideale Wachstumsbedingungen. Über 99% der Walnüsse, die in den USA angebaut werden, kommen aus dem Central Valley. Im Schnitt werden 436.000 t Walnüsse pro Jahr in Kalifornien erwirtschaftet. Es gibt in Kalifornien über 30 verschiedene Walnussarten, doch werden in Deutschland hauptsächlich die Sorten Hartley und Chandler verkauft.

Walnuss-Ernte in Kalifornien – Shake it!

Die Walnussernte in Kalifornien findet zwischen August und November statt. Platzen die grünen Fruchthüllen auf, ist der Nusskern reif. Sobald die Erde um die Walnussbäume gesäubert ist, kommen große Schüttelmaschinen, die mit ihren Riesenzangen den Stamm greifen und ihn rütteln, dass die Nüsse sich lösen und der Baum in Sekunden abgeernetet ist. Die heruntergeschüttelten Walnüsse werden dann maschinell in langen Reihen zusammengefegt, bevor eine Art Monster-Staubsauger die Walnüsse vom Boden aufliest und durch sein Gebläse gleichzeitig alle Überbleibsel sowie die grünen Außenhüllen aussortiert.

Makellose, große Walnüsse werden gewaschen und gebürstet, denn sie sind für den Verkauf in der Schale bestimmt. 60 Prozent der kalifornischen Walnüsse werden jedoch geknackt verkauft – sowohl an Verbraucher als auch an die Lebensmittelindustrie. Dafür werden die Walnüsse in einem Trichter gegen die Wand gedrückt und eingeklemmt, bis sie aufknacken. Diese schonende Methode sorgt dafür, dass die Kernhälften möglichst ganz bleiben. Anschließend laufen die Nüsse samt den Schalen über riesige Siebe, deren Löcher immer kleiner werden. Die Nüsse, die durchfallen, werden über das nächste Sieb gerüttelt, so werden sie in sechs Größenkategorien von Walnusshälften bis Walnussmehl sortiert. Zum Abschluss bläst ein Luftstrahl die großen Walnussschalen weg. Kleinste Schalenreste werden noch mit Hilfe eines Lasers aussortiert, so dass wirklich nur die reinen Kerne übrigbleiben.

Mit den Walnüssen durchs Jahr

Der Walnuss-Anbau ist nicht nur spannend durch die vielen Superlative, die er mit sich bringt, sondern auch eine ganz persönliche Geschichte für jeden einzelnen Walnuss-Farmer. So zum Beispiel für Donald Norene, der im Sacramento Valley mit seinen beiden Schwestern Leslie und Karen sowie seinem Bruder Jerry eine große Farm führt – und das schon in der 4. Generation. Auch einige Kinder der vier Geschwister arbeiten im Betrieb. Eine echte Familienangelegenheit also! Neben Walnüssen bauen die Norenes auch Reis an und züchten Rinder.

Donald und sein Sohn Davin sind für den Walnuss-Anbau verantwortlich, und ihr Leben ist eng mit der so genannten königlichen Nuss verbunden. Rund 40.000 Bäume auf 750 Acres pflegen sie tagtäglich, und kein Tag gleicht dem anderen. Von der hektischsten Zeit im Frühsommer, wenn die Plantagen gemäht und gedüngt werden und die Triebe zurechtgeschnitten werden, bis zur großen Ernte im Herbst wird es nie langweilig. Die meisten Früchte tragenden Bäume sind zwischen fünf und 60 Jahre alt. Allerdings stehen auf der Farm auch Bäume, die bereits über 90 Jahre alt sind sowie ein Mutterbaum, der als Wurzelstock dient und bereits seit 150 Jahren über das Land wacht. Könnten diese Bäume reden, welche Geschichten hätten sie zu erzählen!

Für Donald ist Walnuss-Farmer kein Beruf sondern Berufung. Bereits im Alter von zwei Jahren wusste er, dass er sein Leben dem Nussanbau widmen wird. Andere Berufe interessierten ihn zwar, aber nichts kommt für ihn der Gemeinschaft und der Kultur der Walnuss-Anbauer gleich. Zu sehen, wie sich die Bäume entwickeln und die Nüsse tragen, die später so viele Menschen genießen werden, ist für ihn das größte Glück und die höchste Belohnung für seine harte Arbeit. Vor allem, weil Walnüsse ein vollwertiges Lebensmittel sind und zu einer ausgewogenen Ernährung beitragen können.


1 Die Angaben in den oberen beiden Absätzen stammen aus folgenden Quellen: http://www.usa-reisetraum.de/california/ und http://www.visitcalifornia.de/